LoNam Das afrikanische Magazin
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Gesellschaft

"Schwarz auf Weiß": Günter Wallraff wieder "ganz unten":
Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff war ein Jahr lang maskiert als Schwarzer in Deutschland unterwegs, um mit einer versteckten Kamera Rassismus aufzudecken. Seit Ende Oktober läuft sein Dokumentarfilm "Schwarz auf Weiß" in den Kinos und stößt vor allem bei schwarzen Deutschen auf Kritik.

Mit seiner Methode des investigativen Journalismus ist Günter Wallraff Ende der 1970er Jahre berühmt geworden. Wallraff arbeitete mehrer Monate als Redakteur Hans Esser bei der BILD-Zeitung in Hannover und deckte unsaubere Recherchemethoden auf, woraufhin ihn der Springer Verlag verklagte. 1983 arbeitete Günter Wallraff als türkischer Gastarbeiter Ali Levent Sinirlioglu bei McDonalds, Thyssen und anderen großen Unternehmen und beschrieb die unzumutbaren Arbeitsbedingungen sowie die von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit geprägten Erfahrungen in seinem Buch "Ganz unten". Weitere Reportagen folgten, in denen Wallraff die Machenschaften von Wirtschaft und Medien aufdeckte und damit in linken Kreisen zur Ikone wurde.....



Kampagne zur Berliner Afrika-Konferenz gestartet.

Am 15. November 1884 begann die Kongo- oder auch Afrika-Konferenz in Berlin. Mit einem Marsch von der Wilhelmstrasse zur neuen Wache an eben diesem 15. November diesen Jahres machten aktive Afrikainteressierte und engagierte Politiker auf dieses Kapitel der deutschen und auch europäischen Geschichte aufmerksam. Bis zum 27. Februar gibt es in Berlin ein begleitendes Programm zum Thema, das mit einer Vielzahl anspruchsvoller Veranstaltungen für mehr Informationen über die desaströsen Folgen der Grenzziehungen sorgen wird...

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Afrika

"In der Elfenbeinküste gibt es keine Krise mehr":
Im Gespräch mit Botschafter Houadja Leon Adom Kacou.

Chefredakteur Hervé Tcheumeleu sprach mit Houadja Leon Adom Kacou, dem Botschafter der Elfenbeinküste, nach dem Fußballspiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste. Dieser erzählt über Fußball, die momentane Situation im Land und die verschobenen Wahlen. Danke, dass Sie sich Zeit nehmen. Wie haben Sie das Spiel zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste erlebt? Es war ein Fest, ein Fest der Deutschen und der Ivorer. Es war eine Gelegenheit der brüderlichen Umarmung zwischen den Ländern. Das Spiel wurde im Namen der Brüderlichkeit und des Fair Play gespielt. Das Team der Elfenbeinküste zeigte seine fußballerische Kompetenz und das Ergebnis hat gezeigt, es fehlte nur ein wenig mehr Konzentration und das Team der Elfenbeinküste hätte den Weltranglistendritten (Information von FIFA) schlagen können. So befinden wir uns, mathematisch gesehen, auf dem 3. Platz, weil wir ein Unentschieden gegen Deutschland erzielt haben. In der zweiten Hälfte hat das Team der Elfenbeinküste fast alles kontrolliert, wenn man die beiden Tore bedenkt. Ich finde, es war insgesamt eine sehr gute Sache und ich wäre sehr froh, ein solches Spiel noch einmal zu erleben...

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Vereine

Panafrikanischer Kongress in München 2009.

Ghanas ehemaliger Präsident, Seine Exzellenz John Jerry Rawlings, beschuldigt die früheren Kolonialmächte, an den gravierenden Problemen, unter denen die Entwicklung des afrikanischen Kontinents zu leiden hat, schuld zu sein. Rawlings sprach diese klaren Worte letzten Monat beim Panafrikanischen Kongress im Münchner Goethe-Forum während eines Vortrags zum Thema "Verantwortungsbewusste und progressive Regierungsführung in Afrika. Wie ist sie umzusetzen?". Er sagte: "Es gibt vieles, das ich auf dem Herzen habe. In Ghanas Militär gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass eine tote Ziege keine Angst vor einem Messer hat. Es geschehen Dinge auf unserem Kontinent, über die niemand spricht." Rawlings kritisierte, dass einige afrikanische Führer mit dem Westen zusammengearbeitet haben, um Afrika den Fortschritt vorzuenthalten und so ihre eigenen engstirnigen Interessen durchzusetzen. "Unsere entwickelten Partner schützen und unterstützen korrupte afrikanische Führer, um auf unserem Kontinent den Ton angeben zu können, anstatt sie in Frage zu stellen. Unkontrollierte Geldwäsche in ausländischen Banken seitens einiger unserer Führer hat ein ernsthaftes ökonomisches Chaos auf unserem Kontinent verursacht.", fügt Jerry Rawlings hinzu...

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Kultur

AKWABA Gospelchor.

"Akwaba" – das heißt in der Sprache der afrikanischen Volksgruppe Akan "Willkommen!". Und es ist gleichzeitig der passende Name eines talentierten Berliner Gospelchors. Denn willkommen ist bei seinen Konzerten wirklich jeder, ob deutscher oder afrikanischer Herkunft, ob jung oder alt. So war die Dominikanerkirche St. Paulus in Berlin zum ersten offiziellen Konzert Akwabas am 31. Oktober dann auch gut gefüllt und die Zuschauer ließen sich von der Kraft des Gospels verzaubern. Der Gospel stammt ursprünglich von alten amerikanischen Sklavenliedern ab, den so genannten Spirituals. Traditioneller Kirchengesang vermischte sich mit afrikanischen Musikstilen und Rhythmen und wurde Teil der christlichen Musikkultur. Besonders in Nordamerika ist Gospel sehr populär und beeinflusst auch andere Musikstile. Aber auch in Deutschland erfreut sich diese etwas andere Kirchenmusik zunehmender Beliebtheit. Und Songs wie "Oh Happy Day" Edwin Hawkins kann mittlerweile wohl fast jeder mitsingen...



"Unsere Musik ist zum Tanzen da":
Ruffin Nkoy und seine Band "L‘Universelle Grand-Lokito" halten sich an dieses Motto. Sie machen Musik, die Spaß bringt, und das kommt an.

Einen unterhaltsamen Abend bescherten sie ihrem Publikum auch am 2. Oktober beim Live-Auftritt in der Werkstatt der Kulturen. Zu neunt heizten sie die Leute mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz ein. In einer Reihe tanzten neben Ruffin Nkoy die drei weiteren Sänger Dino Ntandu, Charlie und Jean-Jaques mit sichtlich viel Spaß an ihrer Musik eine heiße Choreographie. "Je mehr Leute wir auf der Bühne sind, desto mehr Power haben wir", meint Ruffin, der Chef der Band. Sein Markenzeichen ist das extravagante Outfit. An diesem Abend ist er mit einem Cowboyhemd, einer Fransen-Hose und einem Hut in Leopardenoptik bekleidet: "Kongolesische Musik und Kleidung kann man nicht trennen. Ich würde nie in normalem T-Shirt und Jeans auf die Bühne gehen. Das passt nicht." Die Musik, die "L‘Universelle Grand-Lokito" spielen, kommt aus dem Kongo, dem Heimatland der vier Sänger, und ist eine Mischung aus Rumba und Soukous. Dabei überraschen das deutsche Ohr zunächst die Instrumente, die von denen "traditioneller" afrikanischer Musik abweichen. So sind im Hintergrund Schlagzeuger Bonito, die Gitarristen Marshall, Gerry und Tony sowie der Bassgitarrist Jeef und ein Keyboard für den unverwechselbaren Sound verantwortlich. Interessant ist, dass diese nicht aus dem Kongo, sondern aus Angola, Kamerun und Südafrika stammen und trotzdem gelingt es der Band unter Ruffins Regie das richtige kongolesische "Feeling" herzustellen...

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